Auszubildende Industriekaufmann/-frau
Industriekaufleute steuern die kaufmännischen Abläufe eines Industrieunternehmens von der Beschaffung bis zur Abrechnung. Die Ausbildung dauert drei Jahre; die ausgeschriebenen Plätze liegen bei einem Verteilnetzbetreiber und beginnen 2027.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Auszubildende Industriekaufmann/-frau verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 1.200 € | 1.330 € | 1.460 € | 15.960 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.700 € | 4.300 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.900 € | 4.600 € | 5.600 € | 55.200 € |
Die Stufe Berufseinstieg zeigt die Ausbildungsvergütung und nicht das Gehalt ausgelernter Industriekaufleute. In der Energiewirtschaft ist sie tariflich geregelt und liegt über dem Durchschnitt kaufmännischer Ausbildungsberufe. Die höheren Stufen gelten nach der Prüfung und hängen stark von der Fachabteilung ab.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was machen Industriekaufleute?
Industriekaufleute arbeiten in den kaufmännischen Abteilungen eines Unternehmens und wechseln in der Ausbildung durch die meisten davon. Im Einkauf holen sie Angebote ein, vergleichen Preise und Lieferbedingungen, schreiben Bestellungen und verfolgen Termine. In der Materialwirtschaft überwachen sie Bestände und Lieferungen. Im Vertrieb kalkulieren sie Preise, erstellen Angebote, bearbeiten Aufträge und Reklamationen. In der Buchhaltung erfassen sie Belege, prüfen Rechnungen und wirken an Monats- und Jahresabschlüssen mit. Im Controlling bereiten sie Zahlen auf und erklären Abweichungen. Im Personalbereich kommen Zeitwirtschaft, Bewerbungsverfahren und Entgeltabrechnung dazu.
Der rote Faden ist die Arbeit mit einem ERP-System und mit Tabellen: Daten erfassen, prüfen, auswerten und in eine Entscheidungsvorlage bringen. Bei einem Netzbetreiber kommen Besonderheiten der Energiewirtschaft hinzu – regulierte Netzentgelte, langfristige Investitionsprojekte, Abrechnung gegenüber Lieferanten und Anschlussnehmern.
Wie läuft die Ausbildung ab?
Drei Jahre dual im Wechsel von Betrieb und Berufsschule, mit festgelegten Abteilungsdurchläufen. Die Prüfung ist gestreckt: Teil 1 nach etwa einem Jahr, Teil 2 am Ende, dort mit einem Fachgespräch über einen selbst bearbeiteten Fachauftrag oder eine Reportvariante. Inhalte sind Geschäftsprozesse, Rechnungswesen, kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.
Eingestellt wird überwiegend mit Fachhochschulreife oder Abitur, mit gutem Realschulabschluss bestehen ebenfalls Chancen. Erwartet werden solide Mathematik, sicheres Deutsch und Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf zweieinhalb Jahre üblich.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet am Schreibtisch statt, und das ist kein Nachteil, aber es sollte bewusst gewählt sein: Ein großer Teil des Tages besteht aus Bildschirmarbeit, Abstimmung per Mail und Telefon sowie aus Terminarbeit. Genauigkeit zahlt sich unmittelbar aus – eine falsch erfasste Bestellmenge oder eine übersehene Frist erzeugt Kosten, die sichtbar sind.
Gefragt sind außerdem Selbstständigkeit und Verbindlichkeit. Wer in einer Fachabteilung mitläuft, ohne nachzufragen, lernt wenig; wer Zusagen nicht einhält, fällt schnell auf. Dazu kommt Diskretion, weil Auszubildende in Personal- und Vertragsdaten Einblick nehmen.
Aussichten
Industriekaufleute gehören zu den größten kaufmännischen Ausbildungsberufen, und die Übernahmequote in Industrie und Energiewirtschaft ist hoch. Die Ausbildung ist breit angelegt und öffnet den Zugang zu ganz unterschiedlichen Wegen: Fachwirt, Bilanzbuchhalter, Personalfachkaufmann, Betriebswirt oder ein berufsbegleitendes Studium der Betriebswirtschaft. Spezialisierungen entstehen meist in der Abteilung, in der man bleibt – Einkauf, Vertrieb, Controlling, Personal oder Rechnungswesen. In der Energiewirtschaft kommen Abrechnung, Regulierungsmanagement und Projektcontrolling als eigene Felder hinzu.
Aufgaben
- Angebote einholen, vergleichen und Bestellungen auslösen
- Liefertermine überwachen und Abweichungen klären
- Kundenaufträge erfassen, Preise kalkulieren und Rechnungen erstellen
- Belege buchen, Rechnungen prüfen und Zahlungsläufe vorbereiten
- Kennzahlen aufbereiten und Abweichungen kommentieren
- Im ERP-System Stamm- und Bewegungsdaten pflegen
- Personalvorgänge wie Zeitwirtschaft und Bewerbungen begleiten
- Besprechungen vorbereiten und Ergebnisse dokumentieren
Voraussetzungen
- Fachhochschulreife, Abitur oder guter Realschulabschluss
- Sichere Mathematik und gutes schriftliches Deutsch
- Interesse an betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen
- Sorgfalt im Umgang mit Zahlen, Fristen und Verträgen
- Sicherer Umgang mit Tabellenkalkulation, ERP-Kenntnisse sind erlernbar
- Verbindliches Auftreten gegenüber Lieferanten und Kunden
- Diskretion im Umgang mit vertraulichen Daten
Wo man arbeitet
- Energieversorger und Netzbetreiber
- Industrieunternehmen aller Branchen
- Einkaufs-, Vertriebs- und Controllingabteilungen
- Buchhaltung und Personalabteilung
- Berufsschulen und Bildungszentren der Kammern
Der Weg in den Beruf
Dreijährige duale Ausbildung mit festen Durchläufen durch Einkauf, Vertrieb, Rechnungswesen, Controlling und Personal. Die gestreckte Abschlussprüfung besteht aus Teil 1 nach etwa einem Jahr und Teil 2 am Ende mit Fachauftrag und Fachgespräch. Verkürzung auf zweieinhalb Jahre ist bei guten Leistungen üblich.
Offene Stellen als Auszubildende Industriekaufmann/-frau
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Auszubildende Industriekaufmann/-frau (m/w/d) (2027)
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