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Handwerk & Produktion

Auszubildende zum Elektroniker für Betriebstechnik

Dreieinhalbjährige Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik in der Milch- und Lebensmittelindustrie: Instandhaltung von Produktionsanlagen, Antrieben und Steuerungen in einem Betrieb, der rund um die Uhr läuft.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Auszubildende zum Elektroniker für Betriebstechnik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 1.100 € 1.220 € 1.350 € 14.640 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.400 € 3.900 € 40.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.500 € 4.000 € 4.700 € 48.000 €

Die Stufe Berufseinstieg gibt die Ausbildungsvergütung wieder, die in der Milch- und Ernährungsindustrie tariflich geregelt ist und mit jedem Ausbildungsjahr steigt. Die beiden höheren Stufen zeigen das Gehalt nach der Prüfung; im Schichtbetrieb kommen Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit hinzu.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Elektroniker für Betriebstechnik in der Molkerei?

In einem Lebensmittelwerk hängt die Produktion an der Elektrotechnik: Pumpen, Rührwerke, Separatoren, Abfüll- und Verpackungslinien, Kälteanlagen, Reinigungsanlagen. Elektroniker für Betriebstechnik halten diese Technik am Laufen. Sie warten Antriebe und Frequenzumrichter, tauschen Sensoren, prüfen Schaltschränke, verlegen und legen Leitungen auf und begleiten den Umbau von Linien.

Der auffälligste Teil der Arbeit ist die Störungsbehebung. Steht eine Abfülllinie, steht die Ware, und bei Frischprodukten ist die Zeit knapp. Dann wird an der Steuerung ausgelesen, im Stromlaufplan gesucht, gemessen und entschieden, ob repariert oder getauscht wird. Dazu kommen geplante Instandhaltung, wiederkehrende Prüfungen und die Mitarbeit an Projekten, wenn eine neue Anlage aufgebaut wird.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Dreieinhalb Jahre dual. Am Anfang stehen Grundlagen der Metall- und Elektrotechnik, Messtechnik, Schaltungsaufbau und die Sicherheitsregeln. Danach kommen Antriebstechnik, Automatisierung mit speicherprogrammierbaren Steuerungen, Energieverteilung und die Besonderheiten eines Lebensmittelbetriebs: Hygieneanforderungen, Edelstahlumgebung, Reinigungsprozesse und Anlagen, die nass gereinigt werden und trotzdem elektrisch sicher bleiben müssen.

Die Prüfung ist gestreckt, Teil 1 nach rund zwei Jahren, Teil 2 am Ende. In der Berufsschule wird nach Lernfeldern unterrichtet, dazu kommen überbetriebliche Lehrgänge. Eingestellt wird meist mit gutem Hauptschul- oder mit Realschulabschluss; entscheidend sind Mathematik, Physik und handwerkliche Neigung.

Was der Beruf verlangt

Ein Molkereibetrieb arbeitet im Dreischichtsystem und häufig auch am Wochenende. Auszubildende fahren in der Regel zunächst Tagschicht und lernen den Schichtbetrieb im Verlauf der Ausbildung kennen. Später gehört Rufbereitschaft dazu.

Die Umgebung ist nass, kalt und laut. Kälteanlagen, Reinigungschemie und enge Anlagenräume verlangen Vorsicht, Hygienevorschriften sind streng und werden kontrolliert. Wer an Maschinen arbeitet, die im Takt laufen, braucht die Ruhe, eine Anlage sauber freizuschalten, statt schnell noch etwas zu richten. Körperlich ist die Arbeit fordernd, aber nicht schwer im Sinne des Baugewerbes.

Aussichten

Die Übernahmequote ist in der Lebensmittelindustrie hoch, weil Instandhaltungspersonal überall knapp ist. Nach der Ausbildung liegen die Wege offen: Spezialisierung auf Automatisierung und SPS-Programmierung, Schaltberechtigung, Industriemeister Elektrotechnik, staatlich geprüfter Techniker oder mit Fachhochschulreife ein Studium. Wer wechseln will, findet mit dieser Ausbildung in fast jeder Branche eine Stelle, denn Betriebstechnik ist nicht an die Molkerei gebunden. Innerhalb des Betriebs führen die üblichen Schritte in die Schichtleitung, die Arbeitsvorbereitung oder den technischen Einkauf.

Aufgaben

  • Produktionsanlagen, Antriebe und Steuerungen warten und instand setzen
  • Störungen an Abfüll-, Verpackungs- und Prozessanlagen eingrenzen und beheben
  • Schaltschränke aufbauen, verdrahten und in Betrieb nehmen
  • Sensoren und Aktoren tauschen, parametrieren und prüfen
  • Stromlauf- und Anlagenpläne lesen und Änderungen dokumentieren
  • Wiederkehrende elektrische Prüfungen durchführen und protokollieren
  • Bei Umbauten und Neuinstallationen von Linien mitarbeiten
  • Hygiene- und Sicherheitsvorgaben im Lebensmittelbetrieb einhalten

Voraussetzungen

  • Guter Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss
  • Interesse an Mathematik, Physik und Technik
  • Sorgfalt und Regeltreue im Umgang mit elektrischer Spannung
  • Bereitschaft, im Verlauf der Ausbildung Schichtbetrieb kennenzulernen
  • Unempfindlichkeit gegen Nässe, Kälte und Lärm
  • Verständnis für Hygieneregeln in der Lebensmittelproduktion

Wo man arbeitet

  • Molkereien und Milchverarbeitungswerke
  • Betriebe der Lebensmittel- und Getränkeindustrie
  • Instandhaltungsabteilungen produzierender Unternehmen
  • Anlagenbauer und technische Dienstleister
  • Überbetriebliche Ausbildungszentren und Berufsschulen

Der Weg in den Beruf

Dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Betrieb, in der Berufsschule und in überbetrieblichen Lehrgängen. Die gestreckte Abschlussprüfung besteht aus Teil 1 nach etwa zwei Jahren und Teil 2 am Ende. Verkürzung bei guten Leistungen ist möglich; danach stehen Industriemeister, Techniker oder ein Studium offen.

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