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Handwerk & Produktion

Auszubildende zum Industriemechaniker

Dreieinhalbjährige Ausbildung zum Industriemechaniker: Maschinen und Produktionsanlagen aufbauen, umrüsten, warten und instand setzen. Die ausgeschriebenen Plätze liegen in der Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Auszubildende zum Industriemechaniker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 1.100 € 1.250 € 1.400 € 15.000 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.400 € 3.900 € 40.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.500 € 4.000 € 4.600 € 48.000 €

Der Wert für den Berufseinstieg ist die Ausbildungsvergütung und nicht der Lohn eines ausgelernten Industriemechanikers. Sie ist tariflich geregelt, steigt mit jedem Ausbildungsjahr und liegt in der Industrie über dem Niveau kleinerer Handwerksbetriebe. Die höheren Stufen gelten für die Zeit nach der Prüfung.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Industriemechaniker?

Industriemechaniker bauen, rüsten und reparieren die Maschinen, mit denen produziert wird. Sie fertigen Bauteile durch Drehen, Fräsen, Bohren und Schweißen, montieren Baugruppen, richten Anlagen aus, stellen Ketten, Riemen und Greifer ein und tauschen Verschleißteile. In einem Abfüll- oder Verpackungswerk heißt das: Formatwechsel an der Linie, Lager und Dichtungen wechseln, Pumpen und Ventile instand setzen, Fördertechnik justieren.

Der zweite große Teil ist die Instandhaltung. Wartungspläne abarbeiten, Schmierstellen versorgen, Verschleiß erkennen, bevor er zum Stillstand führt, und bei einer Störung die Ursache finden – nicht nur das kaputte Teil. Dazu gehört das Lesen technischer Zeichnungen, Hydraulik- und Pneumatikpläne sowie das Messen mit Messschieber, Bügelmessschraube und Messuhr.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Dreieinhalb Jahre dual. Die ersten Monate verbringen Auszubildende meist in der Lehrwerkstatt: Feilen, Sägen, Bohren, Drehen, Fräsen, Fügen. Danach geht es in die Betriebsbereiche, zunächst mitarbeitend, später mit eigenen Aufträgen. Fachrichtungen sind Instandhaltung, Betriebstechnik, Produktionstechnik und Feingerätebau; in der Lebensmittelindustrie überwiegt die Instandhaltung.

Die Abschlussprüfung ist gestreckt. Teil 1 nach etwa zwei Jahren prüft die Grundfertigkeiten, Teil 2 am Ende besteht aus einem betrieblichen Auftrag oder einer praktischen Arbeit mit Fachgespräch. Eingestellt wird überwiegend mit gutem Hauptschul- oder mit Realschulabschluss. Gefragt sind Mathematik, technisches Zeichnen und handwerkliches Geschick.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich. Es wird gehoben, geschraubt, über Kopf montiert und in engen Anlagenteilen gearbeitet. Öl, Späne, Reinigungsmittel und Lärm gehören dazu, Sicherheitsschuhe und Gehörschutz ebenso. In einem Werk, das im Schichtbetrieb läuft, lernen Auszubildende die Schicht spätestens im dritten Jahr kennen; Instandhaltung findet oft dann statt, wenn die Produktion steht, also nachts oder am Wochenende.

Wichtiger als Kraft ist Genauigkeit. Ein falsch ausgerichtetes Lager hält Wochen statt Jahre, eine schlecht eingestellte Kette reißt in der Nachtschicht. Wer nicht sauber misst und dokumentiert, verlagert seine Arbeit nur auf den Kollegen in der nächsten Schicht.

Aussichten

Industriemechaniker gehören zu den Berufen, in denen nahezu jeder Absolvent übernommen wird. Die Nachfrage ist branchenübergreifend, von der Lebensmittel- über die Chemie- bis zur Automobilindustrie. Weiterbildungen führen zum Industriemeister Metall, zum staatlich geprüften Techniker für Maschinentechnik oder zum Techniker für Betriebstechnik; mit Fachhochschulreife ist ein Maschinenbaustudium möglich. Innerhalb des Betriebs sind Schichtführung, Arbeitsvorbereitung, technischer Einkauf und Anlagenplanung die üblichen nächsten Schritte. Wer lieber unterwegs ist, wechselt in den Service eines Maschinenbauers und begleitet Anlagen bei Kunden.

Aufgaben

  • Bauteile durch Drehen, Fräsen, Bohren, Feilen und Fügen herstellen
  • Baugruppen und Maschinen montieren, ausrichten und in Betrieb nehmen
  • Produktionsanlagen umrüsten und auf neue Formate einstellen
  • Wartungspläne abarbeiten und Verschleißteile rechtzeitig tauschen
  • Störungen eingrenzen, Ursachen bestimmen und Anlagen wieder anfahren
  • Technische Zeichnungen sowie Hydraulik- und Pneumatikpläne lesen
  • Maße mit Messschieber, Messschraube und Messuhr prüfen
  • Arbeiten dokumentieren und an die nächste Schicht übergeben

Voraussetzungen

  • Guter Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss
  • Sichere Grundrechenarten, Interesse an Mathematik und Physik
  • Handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen
  • Sorgfalt beim Messen und Dokumentieren
  • Körperliche Belastbarkeit und Unempfindlichkeit gegen Lärm und Öl
  • Bereitschaft, im Verlauf der Ausbildung in den Schichtbetrieb zu gehen
  • Teamfähigkeit, da Instandhaltung selten allein stattfindet

Wo man arbeitet

  • Lebensmittel- und Getränkewerke
  • Betriebe der Konsumgüter- und Chemieindustrie
  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Instandhaltungsabteilungen produzierender Unternehmen
  • Überbetriebliche Ausbildungszentren und Berufsschulen

Der Weg in den Beruf

Dreieinhalbjährige duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule, häufig mit Grundlehrgang in der Lehrwerkstatt. Die gestreckte Abschlussprüfung besteht aus Teil 1 nach etwa zwei Jahren und Teil 2 am Ende, dort mit betrieblichem Auftrag und Fachgespräch. Danach sind Industriemeister, Techniker oder ein Studium möglich.

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