Auszubildende zum Mechatroniker
Dreieinhalbjährige Ausbildung zum Mechatroniker: mechanische, elektrische und steuerungstechnische Arbeiten an Maschinen und Anlagen in einer Hand. Ausgeschrieben wird in der Automatisierungstechnik und in der Lebensmittelindustrie.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Auszubildende zum Mechatroniker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 1.120 € | 1.270 € | 1.420 € | 15.240 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.100 € | 3.500 € | 4.000 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.600 € | 4.100 € | 4.800 € | 49.200 € |
Die erste Stufe ist die Ausbildungsvergütung nach Tarif, die mit jedem Ausbildungsjahr steigt, und nicht das Gehalt eines ausgelernten Mechatronikers. Die Metall- und Elektroindustrie zahlt hier über dem Durchschnitt. Erst die Stufen darüber zeigen den Verdienst nach bestandener Abschlussprüfung.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Mechatroniker?
Mechatroniker arbeiten an der Stelle, an der Mechanik, Elektrotechnik und Steuerung zusammenkommen. Sie bauen Baugruppen zusammen, verdrahten Schaltschränke, verlegen Leitungen, installieren Sensoren und Antriebe, nehmen Steuerungen in Betrieb und suchen Fehler quer durch alle drei Gebiete. Genau darin liegt der Unterschied zum Industriemechaniker und zum Elektroniker: Wenn eine Anlage steht, muss der Mechatroniker nicht erst entscheiden, wen er ruft.
In der Automatisierungstechnik heißt das Montage und Inbetriebnahme von Steuerungssystemen, Prüfen von Baugruppen, Programmieren und Parametrieren von Antrieben. In einem Produktionsbetrieb überwiegt die Instandhaltung: Ventile, Greifer, Förderbänder, Frequenzumrichter, Sensorik und die dazugehörige Software.
Wie läuft die Ausbildung ab?
Dreieinhalb Jahre dual. Der Anfang besteht aus mechanischen und elektrischen Grundfertigkeiten: Feilen, Bohren, Fügen, Messen, Schaltungen aufbauen, Sicherheitsregeln. Dann folgen Pneumatik und Hydraulik, Antriebstechnik, speicherprogrammierbare Steuerungen und Bussysteme. Später kommen ganze Anlagen dazu, die aufgebaut, in Betrieb genommen und übergeben werden.
Die Abschlussprüfung ist gestreckt: Teil 1 nach etwa zwei Jahren, Teil 2 am Ende mit betrieblichem Auftrag und Fachgespräch. Eingestellt wird meist mit Realschulabschluss, gute Hauptschulabschlüsse haben ebenfalls Chancen. Mathematik, Physik und Informatikinteresse helfen spürbar, weil ein wachsender Teil der Arbeit am Rechner stattfindet.
Was der Beruf verlangt
Die Breite des Berufs ist sein Reiz und seine Anforderung zugleich: Man muss in drei Fachgebieten mindestens solide sein, statt in einem sehr gut. Wer sich nur für Mechanik oder nur für Elektronik interessiert, ist in einem der Einzelberufe besser aufgehoben.
Gearbeitet wird in der Werkstatt, an der Anlage und im Schaltschrank, im Stehen, kniend und über Kopf. In Produktionsbetrieben gehören Schicht und Rufbereitschaft später dazu, im Maschinenbau dafür Montageeinsätze bei Kunden, auch im Ausland. Sorgfalt ist in beiden Richtungen entscheidend: Ein nicht freigeschalteter Antrieb ist genauso gefährlich wie eine offene Klemme.
Aussichten
Mechatroniker sind einer der gesuchtesten gewerblich-technischen Berufe, und die Übernahme nach der Ausbildung ist der Normalfall. Die Automatisierung der Produktion sorgt dafür, dass die Nachfrage eher steigt. Weiterführend sind der Industriemeister Mechatronik, der staatlich geprüfte Techniker für Mechatronik oder Automatisierungstechnik sowie mit Fachhochschulreife ein Studium in Mechatronik oder Elektrotechnik. Wer Kundenkontakt sucht, geht in den technischen Service oder die Inbetriebnahme; wer lieber plant, wechselt in die Arbeitsvorbereitung oder die Konstruktion.
Aufgaben
- Mechanische Baugruppen fertigen, montieren und ausrichten
- Schaltschränke verdrahten, Leitungen verlegen und Komponenten anschließen
- Sensoren, Antriebe und Pneumatikbauteile installieren und einstellen
- Steuerungen in Betrieb nehmen, parametrieren und Funktionen prüfen
- Fehler über Mechanik, Elektrik und Software hinweg eingrenzen
- Anlagen warten, Verschleißteile tauschen und Prüfungen protokollieren
- Technische Zeichnungen, Stromlauf- und Pneumatikpläne lesen
- Anlagen übergeben und Bedienpersonal einweisen
Voraussetzungen
- Realschulabschluss oder guter Hauptschulabschluss
- Gute Leistungen in Mathematik und Physik
- Interesse an Mechanik, Elektronik und Software zugleich
- Handwerkliches Geschick und Sorgfalt beim Messen
- Bereitschaft zu Schicht- oder Montageeinsätzen im Verlauf der Ausbildung
- Teamfähigkeit und strukturierte Arbeitsweise bei der Fehlersuche
Wo man arbeitet
- Automatisierungs- und Steuerungstechnikunternehmen
- Maschinen- und Anlagenbau
- Lebensmittel- und Konsumgüterwerke
- Instandhaltungsabteilungen der Industrie
- Technische Servicebetriebe
- Überbetriebliche Ausbildungszentren und Berufsschulen
Der Weg in den Beruf
Dreieinhalbjährige duale Ausbildung in Betrieb, Berufsschule und überbetrieblichen Lehrgängen, mit mechanischen und elektrotechnischen Grundlagen zu Beginn. Die gestreckte Abschlussprüfung besteht aus Teil 1 nach rund zwei Jahren und Teil 2 am Ende. Danach führen Industriemeister, Techniker oder ein Studium weiter.
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