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Technik & Ingenieurwesen

Auszubildende zum Milchwirtschaftlichen Laboranten

Milchwirtschaftliche Laboranten untersuchen Milch und Milchprodukte chemisch, physikalisch und mikrobiologisch. Die dreijährige Ausbildung findet im Labor einer Molkerei statt und endet mit der Prüfung vor der Landwirtschaftskammer.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Auszubildende zum Milchwirtschaftlichen Laboranten verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 1.050 € 1.180 € 1.330 € 14.160 €
Mit Berufserfahrung 2.800 € 3.150 € 3.600 € 37.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.200 € 3.600 € 4.200 € 43.200 €

Der Wert beim Berufseinstieg ist die Ausbildungsvergütung, die tariflich geregelt ist und mit jedem Ausbildungsjahr steigt; sie ist nicht mit dem Gehalt eines ausgelernten Laboranten zu verwechseln. Die beiden höheren Stufen zeigen den Verdienst nach der Prüfung, im Schichtbetrieb zuzüglich Zuschlägen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Milchwirtschaftlicher Laborant?

Milchwirtschaftliche Laboranten prüfen, ob Rohstoff und Erzeugnis den Vorgaben entsprechen. Sie nehmen Proben aus der Anlieferung und aus laufenden Chargen, bestimmen Fett-, Eiweiß- und Trockenmassegehalt, messen pH-Werte, prüfen auf Hemmstoffe und Fremdwasser und legen mikrobiologische Kulturen an, um Keimzahlen zu bestimmen. Dazu kommen sensorische Prüfungen: Geruch, Geschmack, Aussehen und Konsistenz.

Gearbeitet wird mit Analysengeräten, Titration, Photometrie und automatisierten Messsystemen, daneben mit Pipetten, Nährböden und Brutschränken. Ein wachsender Teil der Aufgabe ist die Dokumentation: Jeder Wert geht in ein System, aus dem später die Freigabe einer Charge oder deren Sperrung folgt. Auch die Kontrolle von Reinigungsläufen, Wasserproben und Verpackungsmaterial gehört dazu.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Drei Jahre dual im Labor eines Milchverarbeiters, mit Berufsschulunterricht in Blockform an einer Fachschule für Milchwirtschaft, da der Beruf bundesweit selten ist. Inhalte sind Chemie, Mikrobiologie, Analytik, Milchkunde, Hygiene, Qualitätsmanagement und Rechtsgrundlagen. Der Beruf ist der Landwirtschaft zugeordnet, deshalb liegt die Prüfung bei der Landwirtschaftskammer.

Eingestellt wird meist mit Realschulabschluss, teils auch mit Fachhochschulreife. Wichtiger als der Abschluss sind Chemie- und Mathematiknoten sowie Geduld: Laborarbeit besteht aus Wiederholung, und eine Bestimmung ist erst dann etwas wert, wenn sie reproduzierbar ist.

Was der Beruf verlangt

Genauigkeit ist die zentrale Anforderung. Eine schlecht gezogene Probe macht jede nachfolgende Messung wertlos, eine verwechselte Kennzeichnung führt dazu, dass eine falsche Charge freigegeben wird. Wer im Labor arbeitet, muss die eigene Arbeit misstrauisch prüfen können.

Die Arbeit ist weniger körperlich als in der Produktion, aber nicht ruhig: In einem großen Werk kommen Proben im Takt, und die Produktion wartet auf Freigaben. Schichtdienst ist verbreitet, weil auch nachts produziert wird. Der Umgang mit Säuren, Laugen und Mikroorganismen verlangt Schutzausrüstung und Regeltreue. Hinzu kommt, dass unangenehme Ergebnisse mitgeteilt werden müssen, auch wenn sie eine teure Konsequenz haben.

Aussichten

Der Beruf ist klein, die Zahl der Ausbildungsbetriebe überschaubar, und genau deshalb sind Absolventen gefragt. Übernommen wird in der Regel. Weiterführend sind der Industriemeister Milchwirtschaft, der Milchwirtschaftliche Labortechniker oder über die Fachschule der Milchwirtschaftliche Betriebswirt; mit Fachhochschulreife kommt ein Studium der Lebensmittelchemie oder Lebensmitteltechnologie in Betracht. Innerhalb des Betriebs führt der Weg meist in die Qualitätssicherung, ins Qualitätsmanagement oder in die Produktentwicklung. Wechsel in Labore anderer Lebensmittelbranchen oder in die amtliche Lebensmittelüberwachung sind ebenfalls üblich.

Aufgaben

  • Proben aus Anlieferung, Produktion und Reinigung ziehen und kennzeichnen
  • Fett-, Eiweiß- und Trockenmassegehalt bestimmen
  • pH-Werte messen sowie auf Hemmstoffe und Fremdwasser prüfen
  • Mikrobiologische Kulturen anlegen und Keimzahlen auswerten
  • Sensorisch auf Geruch, Geschmack und Konsistenz prüfen
  • Analysengeräte bedienen, kalibrieren und warten
  • Ergebnisse dokumentieren und Freigaben oder Sperrungen vorbereiten
  • Reinigungs-, Wasser- und Verpackungskontrollen durchführen

Voraussetzungen

  • Realschulabschluss, teils Fachhochschulreife
  • Gute Leistungen in Chemie, Biologie und Mathematik
  • Große Sorgfalt und Geduld bei wiederkehrenden Messungen
  • Sauberes Arbeiten und Verständnis für Hygieneregeln
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit in Werken mit durchgehender Produktion
  • Bereitschaft, Blockunterricht an einer auswärtigen Fachschule zu besuchen
  • Standfestigkeit, um auch unerwünschte Ergebnisse zu vertreten

Wo man arbeitet

  • Labore von Molkereien und Käsereien
  • Qualitätssicherung von Werken für Babynahrung und Milchpulver
  • Labore der übrigen Lebensmittelindustrie
  • Untersuchungsstellen und Prüflabore
  • Fachschulen für Milchwirtschaft

Der Weg in den Beruf

Dreijährige duale Ausbildung im Labor eines Milchverarbeiters mit Blockunterricht an einer Fachschule für Milchwirtschaft. Der Beruf ist der Landwirtschaft zugeordnet, die Prüfung liegt bei der Landwirtschaftskammer. Weiterführend sind Milchwirtschaftlicher Labortechniker, Industriemeister Milchwirtschaft oder ein Studium der Lebensmittelchemie.

Offene Stellen als Auszubildende zum Milchwirtschaftlichen Laboranten

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Monatsbrutto
2.500 – 4.700 €

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