Auszubildender zum Kanalbauer
Kanalbauer stellen Abwasserkanäle, Schächte und Hausanschlüsse her und sanieren bestehende Leitungen. Die Ausbildung dauert drei Jahre und folgt der Stufenausbildung des Bauhauptgewerbes.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Auszubildender zum Kanalbauer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 1.080 € | 1.320 € | 1.600 € | 15.840 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.950 € | 3.350 € | 3.850 € | 40.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.450 € | 3.950 € | 4.650 € | 47.400 € |
Beim Berufseinstieg steht die Ausbildungsvergütung des Baugewerbes, die tariflich geregelt ist und zwischen erstem und drittem Ausbildungsjahr deutlich ansteigt. Erst die beiden höheren Stufen zeigen den Gesellenlohn. Auslösung bei Montage sowie Erschwernis- und Überstundenzuschläge sind darin nicht enthalten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Kanalbauer?
Kanalbauer bauen und erhalten die Abwasserableitung einer Stadt. Sie heben Gräben aus und verbauen sie, legen ein tragfähiges Bett aus Sand oder Splitt, verlegen Rohre aus Steinzeug, Beton, Kunststoff oder Guss mit dem vorgeschriebenen Gefälle, verbinden sie dicht, setzen Schächte, stellen Hausanschlüsse her und verfüllen und verdichten den Graben anschließend lagenweise.
Ein zweiter, wachsender Teil der Arbeit ist die Sanierung. Alte Kanäle werden nicht mehr aufgegraben, sondern von innen instand gesetzt: mit Schlauchlinern, Kurzlinern oder Robotertechnik. Dazu kommen Dichtheitsprüfungen, Kamerabefahrungen, Reinigung mit Hochdruck und die Dokumentation des Zustands. Kanalbauer arbeiten dabei eng mit Kommunen und Abwasserbetrieben zusammen.
Wie läuft die Ausbildung ab?
Drei Jahre nach dem Stufenmodell des Bauhauptgewerbes. Das erste Jahr ist die gemeinsame berufliche Grundbildung Bau, das zweite die Fachstufe Tiefbau mit dem Zwischenabschluss Tiefbaufacharbeiter, Schwerpunkt Kanalbauarbeiten. Das dritte Jahr führt zur Gesellenprüfung als Kanalbauer. Neben Betrieb und Berufsschule stehen mehrwöchige Lehrgänge in überbetrieblichen Ausbildungszentren an.
Vorgeschrieben ist kein bestimmter Schulabschluss; üblich ist der Hauptschulabschluss. Gefragt sind Rechnen mit Gefällen und Mengen, technisches Verständnis und körperliche Eignung. Ein Führerschein ist hilfreich, weil Baustellen wechseln.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist schwer und schmutzig. Gearbeitet wird im Graben, gebückt, oft im Nassen, bei jedem Wetter und mit frühem Arbeitsbeginn. Kanalbau findet außerdem in vorhandenen Straßen statt: Neben der Baustelle läuft der Verkehr, unter ihr liegen Gas-, Wasser- und Stromleitungen, die nicht beschädigt werden dürfen.
Der Graben selbst ist die größte Gefahr. Verbau ist Pflicht und keine Ermessensfrage, ebenso das Freimessen bei Arbeiten in Schächten, weil sich dort Faulgase sammeln können. In der Sanierung kommt der Umgang mit Harzen, Hochdruck und beengten Räumen hinzu. Wer Arbeitsschutz als Formalität behandelt, ist hier falsch.
Aussichten
Die Aussichten sind gut und wenig konjunkturabhängig: Ein erheblicher Teil der deutschen Kanalnetze ist sanierungsbedürftig, und Kommunen haben Instandhaltungspflichten. Fachkräfte fehlen spürbar, die Übernahme nach der Ausbildung ist der Regelfall. Weiter geht es über Vorarbeiter und Werkpolier zum geprüften Polier oder zum Meister; Spezialisierungen bestehen in der geschlossenen Sanierung, in der Kanalinspektion nach dem Regelwerk und im Rohrleitungsbau. Wer die Baustelle verlassen will, findet in Abrechnung, Arbeitsvorbereitung oder bei kommunalen Abwasserbetrieben Anschluss.
Aufgaben
- Gräben ausheben, verbauen und gegen Wasser sichern
- Rohrgräben mit Bettungsmaterial herstellen und auf Höhe bringen
- Kanalrohre mit vorgegebenem Gefälle verlegen und dicht verbinden
- Schächte setzen, Gerinne ausbilden und Anschlüsse herstellen
- Hausanschlüsse an bestehende Kanäle anbinden
- Gräben lagenweise verfüllen und verdichten, Oberflächen wiederherstellen
- Dichtheitsprüfungen und Kamerabefahrungen begleiten und dokumentieren
- Bestehende Kanäle mit Liner- und Robotertechnik sanieren
Voraussetzungen
- Hauptschulabschluss wird in der Regel erwartet
- Körperliche Belastbarkeit und Bereitschaft zur Arbeit im Graben
- Sicheres Rechnen mit Längen, Gefällen und Mengen
- Verständnis für Lage- und Höhenpläne
- Unempfindlichkeit gegen Nässe, Schmutz und Geruch
- Konsequentes Einhalten von Verbau- und Arbeitsschutzregeln
- Führerschein und Montagebereitschaft von Vorteil
Wo man arbeitet
- Tief- und Kanalbaubetriebe
- Rohrleitungs- und Leitungsbauunternehmen
- Kanalsanierungsbetriebe
- Kommunale Abwasserbetriebe und Bauhöfe
- Überbetriebliche Ausbildungszentren der Bauwirtschaft
Der Weg in den Beruf
Dreijährige Stufenausbildung im Bauhauptgewerbe: Grundbildung Bau im ersten Jahr, Fachstufe Tiefbau mit Zwischenabschluss Tiefbaufacharbeiter im zweiten, Gesellenprüfung zum Kanalbauer im dritten Jahr. Überbetriebliche Lehrgänge ergänzen den Unterricht. Danach führen Vorarbeiter, Werkpolier, Polier und Meister weiter.
Offene Stellen als Auszubildender zum Kanalbauer
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