Auszubildender zum Straßenbauer
Straßenbauer stellen Fahrbahnen, Wege, Plätze und Pflasterflächen her und halten sie instand. Die Ausbildung dauert drei Jahre und folgt der Stufenausbildung des Bauhauptgewerbes.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Auszubildender zum Straßenbauer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 1.080 € | 1.320 € | 1.600 € | 15.840 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.300 € | 3.800 € | 39.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.400 € | 3.900 € | 4.600 € | 46.800 € |
Die Stufe Berufseinstieg gibt die tarifliche Ausbildungsvergütung des Baugewerbes wieder, die vom ersten zum dritten Ausbildungsjahr stark ansteigt; sie ist nicht der Lohn eines ausgelernten Straßenbauers. Die höheren Stufen zeigen den Gesellenlohn ohne Auslösung, Erschwernis- und Überstundenzuschläge.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Straßenbauer?
Straßenbauer bauen den Unterbau und die Decke von Verkehrsflächen. Sie richten die Baustelle ein und sichern sie ab, lösen und laden vorhandene Beläge aus, stellen den Erdplanum her, bauen Frostschutz- und Tragschichten ein, profilieren sie und verdichten sie mit Walze und Rüttelplatte. Darauf kommt die Decke: Asphalt, der mit dem Fertiger eingebaut und sofort verdichtet wird, oder Pflaster und Platten, die von Hand oder mit Verlegegerät gesetzt werden.
Dazu gehören Randeinfassungen, Bordsteine, Rinnen, Entwässerungsanlagen und Schachtabdeckungen, die höhengleich eingepasst werden müssen. Ein wachsender Teil ist Instandsetzung: Risse und Schlaglöcher beseitigen, Deckschichten erneuern, Aufbrüche nach Leitungsarbeiten wiederherstellen. Vermessen wird laufend – Höhen, Quer- und Längsgefälle entscheiden darüber, ob das Wasser abläuft.
Wie läuft die Ausbildung ab?
Drei Jahre nach dem Stufenmodell des Bauhauptgewerbes. Im ersten Jahr steht die gemeinsame berufliche Grundbildung Bau, im zweiten die Fachstufe Tiefbau mit dem Zwischenabschluss Tiefbaufacharbeiter, Schwerpunkt Straßenbauarbeiten, im dritten die Gesellenprüfung zum Straßenbauer. Ergänzt wird das durch mehrwöchige Lehrgänge in überbetrieblichen Ausbildungszentren, in denen Pflastern, Asphalteinbau und Vermessung geübt werden.
Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben; üblich ist der Hauptschulabschluss. Erwartet werden Grundrechnen, Flächen- und Massenberechnung sowie körperliche Eignung. Ein Führerschein ist praktisch unverzichtbar, weil Baustellen ständig wechseln.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich schwer und findet im Freien statt, bei Hitze auf Asphalt von über 150 Grad ebenso wie bei Kälte im Spätherbst. Pflastern heißt knien, Bordsteine setzen heißt heben, Asphalteinbau heißt Dämpfe, Lärm und Zeitdruck, weil das Material nicht abkühlen darf. Der Tag beginnt früh, und in der Saison wird lang gearbeitet.
Hinzu kommt der Verkehr. Straßenbau findet fast immer neben oder zwischen fahrenden Fahrzeugen statt; Absicherung, Warnkleidung und Aufmerksamkeit sind überlebenswichtig. Im Winter gibt es Ausfalltage, die über das Saison-Kurzarbeitergeld abgefedert werden. Wer saubere Kanten und ebene Flächen abliefern will, braucht Genauigkeit – Pfusch im Straßenbau ist sichtbar und dauerhaft.
Aussichten
Der Erhalt der bestehenden Straßen bindet dauerhaft Kapazität, und öffentliche Aufträge machen den Straßenbau weniger krisenanfällig als den Hochbau. Fachkräfte fehlen, die Übernahme nach der Ausbildung ist üblich. Weiterführend sind Vorarbeiter, Werkpolier, geprüfter Polier und der Meister im Straßenbauerhandwerk; daneben stehen Spezialisierungen im Asphalteinbau, in der Baugeräteführung oder im Pflasterbau offen. Wer später nicht mehr auf der Baustelle arbeiten will, wechselt in Abrechnung, Arbeitsvorbereitung, Bauleitung oder zu einem kommunalen Bauhof.
Aufgaben
- Baustellen einrichten, absichern und Verkehrsführungen aufstellen
- Alte Beläge aufnehmen und Untergrund herstellen
- Frostschutz- und Tragschichten einbauen, profilieren und verdichten
- Asphaltdecken mit Fertiger und Walze einbauen
- Pflaster, Platten und Randeinfassungen verlegen und ausrichten
- Bordsteine, Rinnen und Schachtabdeckungen höhengerecht einpassen
- Höhen und Gefälle mit Nivelliergerät und Laser prüfen
- Schäden ausbessern und Aufbrüche nach Leitungsarbeiten schließen
Voraussetzungen
- Hauptschulabschluss wird in der Regel erwartet
- Gute körperliche Belastbarkeit und Ausdauer
- Sicheres Rechnen mit Flächen, Massen und Gefällen
- Räumliches Vorstellungsvermögen und Sinn für gerade Kanten
- Bereitschaft zu Arbeit im Freien bei jedem Wetter und frühem Beginn
- Aufmerksamkeit im Umfeld fließenden Verkehrs
- Führerschein und Montagebereitschaft von Vorteil
Wo man arbeitet
- Straßen- und Verkehrswegebaubetriebe
- Tiefbauunternehmen
- Baustellen im kommunalen und überörtlichen Straßennetz
- Kommunale Bauhöfe und Straßenmeistereien
- Überbetriebliche Ausbildungszentren der Bauwirtschaft
Der Weg in den Beruf
Dreijährige Stufenausbildung im Bauhauptgewerbe: Grundbildung Bau, danach Fachstufe Tiefbau mit Zwischenabschluss Tiefbaufacharbeiter, Schwerpunkt Straßenbauarbeiten, und im dritten Jahr die Gesellenprüfung zum Straßenbauer. Überbetriebliche Lehrgänge kommen hinzu. Danach sind Vorarbeiter, Polier und Meister die üblichen Stufen.
Offene Stellen als Auszubildender zum Straßenbauer
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