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Handwerk & Produktion

Auszubildender zum Tiefbaufacharbeiter

Tiefbaufacharbeiter bauen Straßen, Kanäle, Leitungsgräben und Gründungen. Die Ausbildung ist eine zweijährige Stufenausbildung im Bauhauptgewerbe und lässt sich im dritten Jahr zu einem Facharbeiterberuf fortsetzen.

8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Auszubildender zum Tiefbaufacharbeiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 1.080 € 1.320 € 1.600 € 15.840 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 3.900 € 4.600 € 46.800 €

Die Stufe Berufseinstieg ist die Ausbildungsvergütung nach dem Tarifvertrag des Baugewerbes; sie steigt von Jahr zu Jahr deutlich und liegt im Bauhauptgewerbe über dem Durchschnitt anderer Ausbildungsberufe. Die höheren Stufen zeigen den Facharbeiterlohn nach dem Abschluss, ohne Auslösung und Erschwerniszuschläge.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Tiefbaufacharbeiter?

Tiefbaufacharbeiter arbeiten unterhalb der Geländeoberfläche: Sie richten Baustellen ein, sichern sie ab, heben Gräben und Baugruben aus, verbauen sie gegen Einsturz, verlegen Rohre und Kabel, stellen Schächte her, bauen Frostschutz- und Tragschichten ein und verdichten sie. Je nach Betrieb kommen Straßenoberbau, Kanalbau, Leitungsbau oder Spezialtiefbau mit Bohrpfählen, Spundwänden und Verankerungen hinzu.

Ein großer Teil der Arbeit ist Vermessen und Kontrollieren: Höhen abstecken, Gefälle prüfen, Leitungen lagerichtig einbauen, Verdichtungsgrade nachweisen. Dazu gehören der Umgang mit Nivelliergerät und Rotationslaser, das Lesen von Lage- und Höhenplänen sowie das Einweisen von Bagger und Walze. Tiefbaufacharbeiter arbeiten in Kolonnen, in denen Handarbeit und Gerät ineinandergreifen.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Die Ausbildung folgt der Stufenausbildung des Bauhauptgewerbes. Das erste Jahr ist die gemeinsame berufliche Grundbildung Bau, das zweite Jahr die Fachstufe im Tiefbau; nach zwei Jahren steht der Abschluss Tiefbaufacharbeiter mit einem Schwerpunkt wie Straßenbauarbeiten, Rohrleitungsbauarbeiten oder Kanalbauarbeiten. Wer weitermacht, schließt im dritten Jahr als Straßenbauer, Kanalbauer, Rohrleitungsbauer oder Gleisbauer ab.

Neben Betrieb und Berufsschule gehören mehrwöchige Lehrgänge in überbetrieblichen Ausbildungszentren dazu, in denen Verbau, Vermessung und Geräteeinsatz unter Anleitung geübt werden. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben; die meisten Betriebe stellen mit Hauptschulabschluss ein und achten auf Mathematik, Zuverlässigkeit und körperliche Eignung.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet ganzjährig im Freien statt, bei Regen, Kälte und Hitze. Sie ist körperlich schwer: Rohre, Verbauplatten und Schachtringe sind schwer, viel wird gebückt und im Graben gearbeitet. Baustellenlärm, Staub und der Verkehr neben der Arbeitsstelle gehören dazu. Gräben sind die gefährlichste Umgebung des Tiefbaus – wer den Verbau nicht ernst nimmt, riskiert Leben, und die Vorschriften sind entsprechend streng.

Der Tag beginnt früh, oft gegen sechs oder sieben Uhr. Montagearbeit mit Übernachtung außerhalb ist verbreitet, im Winter kann es Ausfalltage geben, die über das Saison-Kurzarbeitergeld abgefedert werden. Wer im Kolonnentakt nicht mitzieht, fällt sofort auf; der Umgangston auf der Baustelle ist direkt.

Aussichten

Der Tiefbau lebt von Infrastruktur: Kanalsanierung, Wasser- und Stromnetze, Glasfaser, Straßen und Brücken. Diese Aufträge sind weniger konjunkturanfällig als der Wohnungsbau, und Fachkräfte fehlen. Nach dem Facharbeiterabschluss führen die Wege über Vorarbeiter und Werkpolier zum geprüften Polier oder zum Meister; auch der Wechsel in den Spezialtiefbau, in die Baugeräteführung oder in die Bauleitung ist üblich. Wer körperlich nicht mehr auf der Baustelle bleiben will, wechselt häufig in Abrechnung, Arbeitsvorbereitung oder Vermessung.

Aufgaben

  • Baustellen einrichten, absichern und Verkehrsführungen aufbauen
  • Gräben und Baugruben herstellen und fachgerecht verbauen
  • Rohre, Kabel und Schutzrohre lagerichtig verlegen und verbinden
  • Schächte setzen, Anschlüsse herstellen und Dichtheit prüfen
  • Frostschutz- und Tragschichten einbauen, profilieren und verdichten
  • Höhen und Gefälle mit Nivelliergerät und Laser abstecken und kontrollieren
  • Lage- und Höhenpläne lesen und Aufmaße aufnehmen
  • Bagger, Walzen und Verdichtungsgeräte einweisen und bedienen helfen

Voraussetzungen

  • Hauptschulabschluss wird von den meisten Betrieben erwartet
  • Gute körperliche Belastbarkeit und Trittsicherheit
  • Sicheres Grundrechnen sowie Längen-, Flächen- und Volumenberechnung
  • Räumliches Vorstellungsvermögen zum Lesen von Plänen
  • Bereitschaft zu Arbeit im Freien bei jedem Wetter und frühem Arbeitsbeginn
  • Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit in der Kolonne
  • Führerschein und Montagebereitschaft von Vorteil

Wo man arbeitet

  • Tief-, Straßen- und Rohrleitungsbaubetriebe
  • Spezialtiefbauunternehmen
  • Baustellen im Kanal-, Leitungs- und Verkehrswegebau
  • Kommunale Bauhöfe und Versorgungsbetriebe
  • Überbetriebliche Ausbildungszentren der Bauwirtschaft

Der Weg in den Beruf

Stufenausbildung des Bauhauptgewerbes: erstes Jahr berufliche Grundbildung Bau, zweites Jahr Fachstufe Tiefbau mit Abschluss als Tiefbaufacharbeiter. Im dritten Jahr ist der Abschluss als Straßenbauer, Kanalbauer, Rohrleitungsbauer oder Gleisbauer möglich. Überbetriebliche Lehrgänge ergänzen Betrieb und Berufsschule.

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