Polier Hochbau
Poliere im Hochbau führen die Kolonnen auf der Baustelle, setzen die Planung in den täglichen Arbeitsablauf um und verantworten Qualität, Termine und Arbeitssicherheit vor Ort.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Polier Hochbau verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.000 € | 4.500 € | 48.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.200 € | 4.700 € | 5.400 € | 56.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.800 € | 5.500 € | 6.500 € | 66.000 € |
Grundlage ist der Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe mit eigenen Lohngruppen für Werkpolier und geprüften Polier sowie getrennten Tarifgebieten West, Ost und Berlin. Auslösung bei Montage, Erschwerniszuschläge und Überstunden erhöhen den tatsächlichen Verdienst spürbar und sind in den Werten nicht enthalten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was ein Polier im Hochbau macht
Der Polier ist die Führungskraft, die dauerhaft auf der Baustelle steht. Er übersetzt die Vorgaben der Bauleitung in die Arbeit des Tages: Er teilt die Kolonnen ein, bestimmt die Reihenfolge der Arbeiten, disponiert Geräte, Kran und Material, stimmt sich mit Nachunternehmern ab und sorgt dafür, dass der Takt gehalten wird. Im Rohbau bedeutet das Schalung, Bewehrung, Betonage, Mauerwerk und Fertigteilmontage; im weiteren Verlauf kommen Fassade, Abdichtung und der Übergang zum Ausbau hinzu.
Dazu gehört die fachliche Kontrolle: Maße und Höhen prüfen, Schalungen und Bewehrung vor der Betonage abnehmen, Ausführungsqualität beurteilen, Abweichungen von der Planung erkennen und melden. Der Polier führt außerdem das Bautagebuch, nimmt Aufmaße, kontrolliert Lieferscheine und Stundenzettel und verantwortet die Arbeitssicherheit vor Ort – Absturzsicherung, Gerüste, Verkehrswege, Unterweisungen.
Wie man Polier wird
Der Weg beginnt mit einer Bauausbildung, meist als Maurer, Beton- und Stahlbetonbauer oder Zimmerer, gefolgt von mehreren Jahren Praxis und der Position des Vorarbeiters. Darauf baut die Fortbildung auf: zunächst der Werkpolier, dann der Geprüfte Polier nach der bundeseinheitlichen Fortbildungsordnung mit den Schwerpunkten Hochbau, Tiefbau oder Ausbau. Die Prüfung umfasst Bautechnik, Bauabwicklung, Kalkulationsgrundlagen sowie Personalführung und Rechtsfragen.
Alternativ steigen Bautechniker und Bauingenieure in Polierpositionen ein, allerdings fehlt ihnen oft die handwerkliche Autorität, die auf der Baustelle zählt. Umgekehrt steht Polieren der Weg zum Meister und zum Bautechniker offen.
Was der Beruf verlangt
Der Polier steht zwischen Bauleitung und Kolonne und wird von beiden Seiten in Anspruch genommen. Er muss anordnen können, ohne die Mannschaft zu verlieren, und muss der Bauleitung widersprechen, wenn eine Vorgabe auf der Baustelle nicht funktioniert. Diese Doppelrolle ist der anspruchsvollste Teil.
Die Arbeit findet ganzjährig im Freien statt und beginnt früh. Sie ist körperlich weniger schwer als die des Facharbeiters, dafür mental belastend: Termindruck, wechselnde Nachunternehmer, Lieferverzug und Wetter treffen alle beim Polier zusammen. Montagearbeit mit Übernachtung außerhalb ist im Hochbau verbreitet, weil Baustellen über ein größeres Gebiet verteilt liegen. Die Verantwortung für Arbeitssicherheit ist persönlich und rechtlich spürbar.
Aussichten
Poliere sind knapp, und der Mangel verschärft sich, weil viele erfahrene Kräfte in den Ruhestand gehen. Die Position ist damit sicher, auch in schwächeren Baukonjunkturen, weil jede Baustelle eine braucht. Weiterführend sind der Maurer- und Betonbauermeister, der Bautechniker, die Bauleitung und mit Zusatzqualifikation die Arbeitsvorbereitung oder Kalkulation. Wer körperlich nicht mehr auf der Baustelle bleiben möchte, wechselt häufig in Arbeitssicherheit, Qualitätsmanagement oder Geräteeinsatzplanung.
Aufgaben
- Kolonnen einteilen, Arbeitsabläufe festlegen und den Bautakt sichern
- Material, Geräte und Kraneinsatz disponieren
- Schalung, Bewehrung und Betonage vor Ort kontrollieren
- Maße, Höhen und Ausführungsqualität prüfen
- Nachunternehmer einweisen und ihre Leistungen abstimmen
- Bautagebuch führen, Aufmaße nehmen und Stunden erfassen
- Arbeitssicherheit durchsetzen und Unterweisungen durchführen
- Abweichungen von der Planung erkennen und der Bauleitung melden
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Bauausbildung, meist Maurer oder Beton- und Stahlbetonbauer
- Mehrjährige Baustellenerfahrung, üblicherweise als Vorarbeiter
- Fortbildung zum Werkpolier oder Geprüften Polier
- Sicheres Lesen von Ausführungs-, Schal- und Bewehrungsplänen
- Führungsfähigkeit gegenüber Kolonnen und Nachunternehmern
- Kenntnisse in Arbeitssicherheit und Baustellenverordnung
- Führerschein und Bereitschaft zu Montageeinsätzen
Wo man arbeitet
- Hochbaubetriebe und Generalunternehmer
- Baustellen im Wohnungs-, Gewerbe- und Industriebau
- Schlüsselfertigbau und Fertigteilmontage
- Bauunternehmen mit überregionalen Baustellen
- Bauhöfe und Niederlassungen als Stützpunkt
Der Weg in den Beruf
Kein Erstausbildungsberuf. Der Weg führt über eine Bauausbildung, mehrere Jahre Praxis und die Position des Vorarbeiters zur Fortbildung als Werkpolier und Geprüfter Polier, Schwerpunkt Hochbau. Die Prüfung umfasst Bautechnik, Bauabwicklung, Kalkulationsgrundlagen und Personalführung. Anschließend sind Meister, Bautechniker und Bauleitung möglich.
Offene Stellen als Polier Hochbau
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Verwandte Berufe
Bauleiter Hochbau
Bauleiter im Hochbau koordinieren die Ausführung von Bauvorhaben auf der Baustelle: Sie steuern Nachunternehmer, überwachen Termine, Kosten und Qualität und dokumentieren den Baufortschritt. Sie sind die Schnittstelle zwischen Planung, Bauherr und ausführenden Gewerken.
- Offene Stellen
- 8
- Monatsbrutto
- 3.600 – 9.500 €
Beton- und Stahlbetonbauer
Beton- und Stahlbetonbauer stellen tragende Bauteile aus Beton her: Sie bauen Schalungen, verlegen Stahlbewehrung, betonieren und bearbeiten die fertigen Flächen. Sie arbeiten auf Baustellen im Hoch-, Ingenieur- und Brückenbau.
- Offene Stellen
- 4
- Monatsbrutto
- 2.700 – 5.300 €
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