Technischer Property Manager
Technische Property Manager betreuen Gewerbe- und Wohnimmobilien in bautechnischer Hinsicht: Sie steuern Instandhaltung, Wartung und Umbauten, beauftragen Handwerker und Dienstleister und überwachen Budgets und Fristen.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Technischer Property Manager verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.200 € | 3.700 € | 4.300 € | 44.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.900 € | 4.600 € | 5.400 € | 55.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.800 € | 5.700 € | 7.500 € | 68.400 € |
Das Gehalt hängt stark von der Art des Portfolios und vom Arbeitgeber ab: Gewerbe- und Fondsverwaltung in Ballungsräumen zahlt deutlich mehr als die Verwaltung von Wohnbeständen bei kleinen Hausverwaltungen. Einen Branchentarifvertrag gibt es nicht; bei kommunalen Wohnungsunternehmen richtet sich die Vergütung nach dem TVöD, bei Genossenschaften teils nach dem Tarifvertrag für die Wohnungswirtschaft.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Technischer Property Manager?
Technische Property Manager sind für den baulichen und technischen Zustand von Immobilien verantwortlich, die sie im Auftrag von Eigentümern oder Fonds verwalten. Das Portfolio umfasst häufig Bürogebäude, Einzelhandelsflächen, Logistikhallen oder größere Wohnanlagen. Zur Arbeit gehört die regelmäßige Objektbegehung, bei der Mängel an Dach, Fassade, Heizung, Aufzügen oder Brandschutztechnik aufgenommen werden. Aus diesen Feststellungen entstehen Wartungs- und Instandsetzungsaufträge, die ausgeschrieben, vergeben und abgenommen werden.
Ein großer Teil der Tätigkeit ist Steuerung und Dokumentation: Wartungsverträge verwalten, Prüffristen für Aufzüge, Brandschutzklappen, Elektroanlagen und Trinkwasserhygiene überwachen, Sachverständigenberichte auswerten, Mängel nachverfolgen. Dazu kommen Budgetplanung für Instandhaltung und Investitionen, Rechnungsprüfung, Kostenkontrolle und die Berichterstattung an den Eigentümer. Bei Mieterwechseln werden Ausbauten koordiniert, Flächen übergeben und Abnahmen protokolliert. Bei Störungen und Schäden – Wasserschaden, Heizungsausfall, Aufzugsstillstand – ist der technische Property Manager erster Ansprechpartner für Mieter, Facility-Dienstleister und Versicherung.
Wie wird man Technischer Property Manager?
Es gibt keine geschützte Ausbildung. Der übliche Weg führt über eine technische oder handwerkliche Grundlage: ein Studium in Bauingenieurwesen, Architektur, Versorgungstechnik, Facility Management oder Immobilienwirtschaft, alternativ eine Ausbildung in einem Bau- oder Gebäudetechnikberuf mit anschließender Weiterbildung zum Techniker oder Meister. Auch Immobilienkaufleute mit technischer Zusatzqualifikation arbeiten in der Position. Quereinstiege aus dem Facility Management, aus der Bauleitung oder aus dem Handwerk sind verbreitet, weil Berufserfahrung mit Gebäudetechnik oft mehr zählt als der formale Abschluss. Wer aus dem Handwerk kommt, muss sich in Vertragsrecht, Betreiberpflichten und kaufmännische Auswertung einarbeiten.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist geteilt zwischen Schreibtisch und Objekt. Dienstreisen zu Liegenschaften gehören dazu, ein Führerschein ist praktisch immer erforderlich, das Portfolio kann über mehrere Bundesländer verteilt sein. Der Rest ist Bildschirmarbeit in Verwaltungssoftware, Tabellen und E-Mail-Verkehr. Belastend ist weniger die körperliche Seite als die Verantwortung: Betreiberpflichten und Verkehrssicherungspflichten liegen faktisch beim technischen Verwalter, versäumte Prüffristen haben rechtliche Folgen. Wer mehrere Dutzend Objekte betreut, arbeitet unter dauerndem Termindruck und mit vielen parallelen Vorgängen.
Dazu kommt die Rolle zwischen den Parteien: Der Eigentümer will die Kosten niedrig halten, der Mieter will schnelle Abhilfe, der Dienstleister hat keine Kapazität. Konflikte auszuhalten und trotzdem klar zu kommunizieren, gehört zum Alltag. Bei Havarien fällt Bereitschaft außerhalb der regulären Zeiten an, in vielen Häusern ist eine Rufbereitschaft organisiert.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis hoch. Bestandsgebäude müssen unabhängig von der Marktlage betrieben werden, und energetische Sanierung, Nachhaltigkeitsberichte und verschärfte Prüfvorschriften erhöhen den technischen Steuerungsbedarf. Fachkräfte mit echter Gebäudetechnikkenntnis sind knapp, Wechsel zwischen Verwaltern, Asset Managern und Dienstleistern sind entsprechend einfach. Entwicklungswege führen zur Teamleitung im technischen Property Management, ins Asset Management, in die Projektsteuerung von Sanierungen oder in das Bau- und Immobilienmanagement großer Eigentümer.
Aufgaben
- Objektbegehungen durchführen und Mängel dokumentieren
- Wartungs- und Instandhaltungsaufträge ausschreiben und vergeben
- Prüffristen und Betreiberpflichten überwachen
- Budgets für Instandhaltung und Investitionen planen und kontrollieren
- Rechnungen prüfen und Leistungen der Dienstleister abnehmen
- Mieterausbauten und Flächenübergaben koordinieren
- Schadensfälle abwickeln und mit Versicherungen abstimmen
- Technische Berichte für Eigentümer und Asset Manager erstellen
Voraussetzungen
- Technisches Studium, Techniker- oder Meisterabschluss oder vergleichbare Erfahrung in Bau und Gebäudetechnik
- Kenntnisse in Gebäudetechnik, Brandschutz und einschlägigen Prüfvorschriften
- Sicherer Umgang mit Verwaltungssoftware und Tabellenkalkulation
- Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu Objektfahrten
- Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen gegenüber Dienstleistern
- Organisationsfähigkeit bei vielen parallelen Vorgängen
Wo man arbeitet
- Immobilienverwaltungen und Property-Management-Gesellschaften
- Immobilienfonds und Asset Manager
- Wohnungsunternehmen und Genossenschaften
- Facility-Management-Dienstleister
- Corporate-Real-Estate-Abteilungen großer Unternehmen
- Handelsketten und Filialisten mit eigenem Immobilienbestand
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelorstudium in Bauingenieurwesen, Facility Management, Versorgungstechnik oder Immobilienwirtschaft mit einer Regelstudienzeit von sechs bis sieben Semestern. Ebenso verbreitet ist eine drei- bis dreieinhalbjährige Ausbildung in einem Bau- oder Gebäudetechnikberuf mit anschließender Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker oder Meister. Berufsbegleitende Zertifikatslehrgänge zum Technischen Property Manager ergänzen den Einstieg.
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